Die in dieser ersten Ausgabe der Rubinija vorgestellte Pflanze ist die Auenland-Akelei (Aquilegia auenlandica) aus der Familie der Hahnenfußgewächse (Ranunculaceae).
Wie für diese Familie typisch besitzt sie ein Perigon, also eine gleichförmig gestaltete Blütenhülle. Dennoch mag ein Laie "Kron"- und "Kelchblatt" unterscheiden wollen, doch er irrt. Die radiäre, also strahlenförmige Anordnung der Blütenblätter weist zwar 2 Wirtel (Kreise) auf, doch besteht sie nicht aus Kelch und Krone, sondern aus 5 gespornten Honigblättern und 5 spornlosen Perigonblättern. Die Honigblätter sind umgebildete und spezialisierte Staubblätter und scheiden im Sporninneren Nektar ("Honig") aus, um Hummeln und Bienen anzulocken. Insbesondere letztere erweisen sich jedoch als Nektardiebe, da sie die Spornwand gern durchbeißen und den Nektar entnehmen, ohne eine Bestäubung durchzuführen. Perigon und Sporn sind bei dieser Art orange bis rosafarben, die Honigblätter sind hingegen gelb. die Blütezeit ist von Mai bis Juli. Die Frucht ist eine Balgfrucht, die schwarze Samen beinhaltet.
Vegetativ weist die 30 bis 70cm groß werdende Pflanze unpaarig gefiederte Blätter auf. Die Blättchen sind stumpf gekerbt. Höherstehende Blätter werden in Hinblick auf die Blattfiederung und Kerbentiefe geringer und kleiner, Hochblätter können sogar ungeteilt und ganzrandig sein.
Die Auenland-Akelei bevorzugt sommerwarme Laubmischwälder, Gebüsche und siedelt nur auf kalkhaltigen Böden.
Man findet sie nur im Auenland, dort recht verbreitet, im Nordwesten des Zentralgebirges nur zerstreut.